Aus der Krise zu mehr sozialem Zusammenhalt

  • Die Krise

    Nordrhein-Westfalen erlebt 2015 den größten Zugang von hilfesuchenden Menschen seit den 90er Jahren, als insbesondere die bosnischen Bürgerkriegsflüchtlinge Zuflucht bei uns suchten. Seit 2012 kommen verstärkt Menschen aus Nordafrika, dem Nahen und Mittleren Osten und dem Balkan zu uns, um Sicherheit vor Verfolgung und Schutz vor Diskriminierung, Gewalt und Krieg zu finden. 

    Die Stadt Lemgo hat als Pflichtaufgabe, für die Unterbringung und finanzielle Grundversorgung der Flüchtlinge zu sorgen. Alle weiteren Hilfen sind abhängig vom Grad des bürgerschaftlichen Engagements. Die Flüchtlingshilfe der Kirche in Lemgo stellt sich als Kooperation von 10 Kirchengemeinden neu auf. Sie sieht ihren Auftrag, für die aktuell steigende Zahl der Flüchtlinge in Lemgo alles zu tun, um das gesamte Engagement von Bürgerinnen und Bürgern sowie das der aktiven Organisationen bündeln.

    Um eine größere Zahl von Flüchtlingen aufzunehmen, braucht es das entschlossene Zusammenwirken aller Akteure: Staatliche und kommunale Stellen, Kirchen und Verbände, Wirtschaft und Gewerkschaften, Initiativen und Vereine, und nicht zuletzt die Medien. Jeder Bereich kann und muss seinen Beitrag leisten. Die Flüchtlingshilfe Lemgo arbeitet darum in enger Kooperation mit allen diesen Akteuren.

    Thomas Frank, 25 Jahre, M.A. of Arts in Diakonie: Führungsverantwortung in christlich sozialer Praxis, hat am Dienstag, den 15.4. 2015 eine neue Arbeit im Umfang von 25 Stunden aufgenommen. Er ist über die Telefonnummer 9204609 zu erreichen:

    Mo., Di., Mi. 09:00-13:00 und nach Vereinbarung oder über Mail: info@flüchtlingshilfelemgo.info

    In enger Absprache mit der Stadt Lemgo und dem Sozialausschuss haben die Kirchen eine gemeinsame Initiative gestartet und die neue Koordinationsstelle im Mehrgenerationenhaus in der Echternstr. 12 untergebracht. Sie trägt den Namen "Flüchtlingshilfe der Kirche in Lemgo".

    Geplant ist jetzt als erstes, alle Informationen und Aktionen über eine Webseite zu vernetzen, so dass es eine Ansprechperson und eine öffentliche Seite für alle gibt, die rund um die Flüchtlingshilfe aktiv sein wollen. Flüchtlinge wie Bürger finden dort alle notwendigen Informationen.
    Doch später erkannten die Verantwortlichen. Da muss noch mehr passieren.

    Fremde brauchen Heimat. Es gehört selbstverständlich zum christlichen Leben, Glauben und Zeugnis, sich der Menschen auf der Flucht und bei der Migration anzunehmen und Gäste freundschaftlich aufzunehmen. Darum treten die Kirchen zusammen mit allen auf, die sich für eine aktiv gestaltete Migration in Deutschland und für die Entwicklung einer Willkommenskultur einsetzen:

    Die Integration von Flüchtlingen wird umso besser gelingen, je früher die Unterstützung einsetzt: Menschenwürdige Unterbringung, gesundheitliche Versorgung, Beratung, Deutschkurse, Arbeitserlaubnisse, Ausbildungsmöglichkeiten, Anerkennung ausländischer Abschlüsse, private Wohnmöglichkeiten und Bewegungsfreiheit. Ziel muss es sein, dass Zuwanderer baldmöglichst für sich selber sorgen können.

    Die Flüchtlingshilfe setzt einen ersten entscheidenen Beitrag, damit Menschen in Lemgo wirklich ankommen und willkommen geheißen werden.

    Ab Januar 2016 wird dann ein digitales, soziales Netz über Lemgo gespannt. Die FlüchtlingshelferInnen organisieren sich dort intern in einem passwortgeschützten Bereich des Internets.
    Über 222 Personen arbeiten dort zusammen, lesen alle Informationen, finden alle Veranstaltungen auf einen Blick und können Hilfegesuche sowie Sachspenden loswerden.
    Weil Flüchtlinge durch ihre Paten und auch direkt in diesem Netzwerk suchen können, werden Hilfsmittel schnell direkt an die Personen geleitet, die sie benötigen.

  • Die Lösung

    Integration findet mit dem Ziel statt, dass Migranten auf Dauer Teil unserer Gesellschaft werden. Dazu ist das Erlernen der deutschen Sprache unverzichtbar. Darum sind grundlegende Hilfen zum Spracherwerb ein Teil der Starthilfen. Ein zweiter Schwerpunkt wird durch die Projektmitarbeiterin Ahlam Elwahabi gesetzt, die Neubürger durch Sprachtreffs unterstützt.

    Sven Heinze, Sozialarbeiter der Flüchtlingshilfe sorgt für

    • gute fachliche Beratung bei der Stellung von Asylanträgen,
    • bei der Arbeitsplatzsuche und
    • bei Vermittlung weiterer nötiger Hilfen.

    Die Geschäftsführerin Dagmar Begemann im Mehrgenerationenhaus sorgt für

    • Schaffung einer gut funktionierenden Anlaufstelle zur Gesamtkoordination der Flüchtlingshilfe in Lemgo
    • Förderung und Koordinierung freiwilligen Bürgerengagements in der Flüchtlingshilfe (Kleiderkammern, Lebensmittelausgabe, Einzelfallhilfe)
    • Schaffung offener Begegnungsräume
    • Schaffung ergänzender Bildungsangebote gemäß dem Bedarf
    • mehrsprachige Informationsbroschüren und Beratung von Flüchtlingen
    Und ganz wichtig:
    Die Koordination mit dem Krisenstab der Stadt Lemgo wird in wöchentlichen Abständen genau getaktet.

    Ein Beirat der Kirchen wählt Pfarrer Helge Seekamp der Kirchengemeinde St. Pauli zum Vorsitzender und Koordinator für die Kirchen des Stadtkonvents Lemgo.
    Mitglieder des Beirats sind Vertreter aller 9 Landeskirchengemeinden (katholisch, reformiert, lutherisch), das Mehrgenerationenhaus und der Anstellungsträger Herberge zur Heimat, Detmold.
    Aktive: Ein Koordinationskreis aller Akteure in Lemgo vernetzt die konkrete Arbeit in guter Weise, so dass alle Kräfte möglichst effektiv zusammen wirken.

    Neben einer Umlage der Kirchen, einem Beitrag der Stadt und Fördermittel des Kreises sind die jährlichen Kosten von rund 45.000€ über Spenden oder Stiftungsgelder zu erwirtschaften.

    Empfänger: Flüchtlingshilfe Lemgo

    Spendenkonto 8032484
    Sparkasse Lemgo
    BLZ 482 501 10

    IBAN DE79482501100008032484
    BIC: WELADED1LEM

    Wenn Sie die Flüchtlingshilfe direkt unterstützen, erhalten für jede Spende eine steuerlich abzugsfähige Zuwendungsbescheinigung. Die Zuwendungsbescheinigung wird von der St. Pauli-Gemeinde ausgestellt, die das Spendenkonto der Flüchtlingshilfe verwaltet.

    Vor allem für Lemgoer Unternehmen, aber auch Privatpersonen, soll eine einfache Möglichkeit geschaffen werden, sich im Bereich Integration Als Firmen sozial einzubringen. Das können Geld- oder Sachspenden aber auch praktische Unterstützung/Mitarbeit sein.

    Die Idee wurde von Komet (Gebrüder Brasseler) initiiert und zusammen mit der Flüchtlingshilfe Lemgo und der Stadt Lemgo ausgearbeitet.

    In einem ersten Gespräch wurden Überlegungen für eine Corwdfunding Plattform diskutiert, die interessierte Unternehmen über die Aktivitäten und Beteiligungsmöglichkeiten informiert. Im Rahmen eines Unternehmermeetings, wird das Angebot anderen Unternehmen im Herbst 2016 vorgestellt.

    betterplace.org spricht eine jüngere und internetaffine Zielgruppe an. Das durchschnittliche Spendenalter bei betterplace.org liegt bei 38 Jahren. Dabei fungiert die Plattform als Vermittler zwischen Unterstützern und Organisationen. Charakteristisch ist, dass man bei betterplace.org nicht in allgemeine Globalbudgets von Organisationen spendet, sondern für konkrete Bedarfe. Jede Organisation muss angeben, wofür sie wie viel Geld sammelt (beispielsweise 18 Euro für eine Schuluniform[5] oder 110 Euro für die einwöchige Pflege eines Elefantenwaisen[6]). Jedes Projekt der mehr als 14 000 Hilfsprojekte ist verpflichtet, seinen Bedarf transparent und konkret darzustellen und regelmäßig per Text, Foto und Video über die Fortschritte vor Ort zu berichten. Dabei kann jedes Projekt offen diskutiert und bewertet werden. Zu großen Organisationen, die auf betterplace.org vertreten sind, gehören beispielsweise UNICEF, das Deutsche Rote Kreuz, Bethel und das Deutsche Kinderhilfswerk.

    Daneben bietet betterplace.org aber vor allem auch ganz kleinen Initiativen und so genannten Graswurzelorganisationen eine Bühne, um sichtbar zu werden und online Spenden zu sammeln. betterplace.org zeichnet sich dadurch aus, dass die Nutzung kostenlos ist und jede Spende ohne jeden Abzug zu 100 Prozent an die projekttragenden Organisationen weitergeleitet wird.

    Projekte können anzeigen, dass sie als gemeinnützig anerkannt sind, darüber hinaus erarbeiten sie sich ihre Reputation über ein Vertrauensnetzwerk, das so genannte Web of Trust.